Das geschah 1928

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(von Rosmarie Fruhstorfer)

„Wie immer seit dem Amtsantritt des BM Josef Fruhstorfer, so war auch im Jahr 1927 das Hauptaugenmerk auf die Straßenerhaltung gerichtet. Mit Zustimmung der Gemeindevertretung wurden bei der o.ö. Landesregierung folgende Umlegungen beantragt und auch durchgeführt:

  1. Die Korrektur des Schwöllerhügels in LB
  2. Die Abtragung des Brandstötterhügels in Kobernaußen
  3. Dadurch wurde die Umlegung des Hochhofberges und der Straße von Kohlhof bis Hörzing betrieben. Die Gemeinde hat hiezu einen Beitrag von 1000 S geleistet.
  4. Ferner wurde die Gemeindestraße am Herndlberg korrigiert und bis zur Mettmachergrenze in besten Zustand versetzt.
  5. Die Hauptarbeit aber bestand in der Umlegung des Rossberges von Kobernaußen bis Forsthub und des Steiglberges. Im November 1927 wurden diese Arbeiten in Angriff genommen und haben durch 33 Wochen hindurch 50 – 60 Arbeiter gearbeitet. Die Kosten dieses Straßenbaues betragen 75.000 S, welche Beträge sämtliche die Gemeinde vorschussweise ausbezahlte. Die Grundeinlösung musste überhaupt die Gemeinde besorgen und allein die Kosten tragen. Dadurch kam die Gemeinde am Steiglberg oberhalb der neuen Straße zu einem Stück Grund als Schottergrube geeignet. Der Straßenbau am Steiglberg wurde Ende 1928 beendet. Nachdem das Zustandkommen dieses Baues hauptsächlich Herrn Dr. Josef Weinmeister, Landesbaurat Linz, zu verdanken ist, ließ Herrn BM Josef Fruhstorfer an einem vorspringenden Stein des Steiglberges eine Marmortafel mit folgender Inschrift anbringen: „Im Jahre 1928 wurde vom Land Oberösterreich diese Straße am Steiglberg und Roßberg unter der Oberleitung des Landesbaurates Dr. Josef Weinmeister umgelegt. Dies verewigt durch diese Gedenktafel die dankbare Gemeinde Lohnsburg.“

„Ein schon von Altbürgermeister Josef  Fruhstorfer vorbereitetes großes Werk wurde am 27. Mai 1929 begonnen und am 12. Oktober 1929 beendet. Es ist dies der Umbau der Bezirksstraße am Turmhügel. Der Turmhügel ist eine steile Kuppe, gleich am Eingang des Kobernaußerwaldes, 764 m hoch, somit die höchste Erhebung des Innviertels. Es hat seinen Namen von einem Turm, der einst an dieser Stelle zu Vermessungszwecken erbaut wurde. Der aus Holz erbaute Turm ist Ende der Siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts zusammengestürzt. Ein trigonometrischer Stein erinnert an die Stelle, wo er einst gestanden. Der Straßenumbau erfolgte an 2 Stellen, an der Nord- und an der Südseite, bergauf, bergab. Die Kosten des Baues stellten sich auf 11.000 S. Von der Straße am Turmhügel bietet sich eine wundervolle Aussicht nach Ried. Infolge der Straßenumlegungen am Roßberg, Steiglberg, Turmhügel usw. war es möglich geworden, eine neue Omnibuslinie zu errichten. Diese Autolinie führt den Namen „Eilverkehr Ried- Salzburg“. Eine Probefahrt fand am 1. Juli 1929 statt. Seit 3. Juli 1929 ist diese Linie im regelmäßigen Betrieb. Die Frequenz ist besonders in der Sommerzeit eine sehr gute. Es finden täglich 2 Fahrten statt, früh und abends, hin und zurück. Durch diese Autolinie ist es nun für Lohnsburg möglich, an einem Tag nach Salzburg und zurück zu kommen. Mit der Bahn ist Salzburg, das doch für die hierortige Bevölkerung einen immer starken Anziehungspunkt bildet, nur auf großen Umwegen zu erreichen, weshalb diese Neueinführung nur auf das beste begrüßt wird. Überhaupt entwickelt sich auf der Salzburger Straße ein immer regerer Autoverkehr!

 

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